ATLAN NEWS




DER KHARAG-SONNENTRANSMITTER

In den ATLAN-Miniserien CENTAURI (erschienen 2003) und OBSIDIAN (Veröffentlichung ab Mai 2004) nimmt der Sonnentransmitter des sog. Kharag-Sonnendodekaeders im Kugelsternhaufen Omega Centauri (NGC 5139 in den terranischen Katalogen, Braangon = »entrückte Senke/Kolonie« bei den Arkoniden sowie Hol Annasuntha = »Insel (der) Geborgenheit« bei den Lemurern genannt) eine wichtige Funktion.
Da parallel zum OBSIDIAN-Zyklus die CENTAURI-Hefte in Buchform beim HJB-Verlag erscheinen werden, bietet sich hier also die Gelegenheit, den Sonnendodekaeder einmal näher vorzustellen.



Omega Centauri

Basisdaten auf einen Blick:
Alter: 10 und mehr Milliarden Jahre, aber auch Sterne vorhanden, die deutlich jünger sind!
Durchmesser: 178 Lichtjahre
Anzahl der Sterne: ca. 4 Millionen bzw. ebenso viele Solmassen
Dichte im Zentrumsbereich: ca. 180 Sterne pro Kubiklichtjahr in einem Würfel von 20 Lichtjahren Kantenlänge

Bei einem Durchmesser von 178 Lichtjahren stehen hier dicht gedrängt ca. 4 Millionen Sterne bzw. gibt es ebenso viele Solmassen. Die Dichte im Zentrumsbereich des Kugelsternhaufens erreicht ca. 180 Sterne pro Kubiklichtjahr in einem Würfel von 20 Lichtjahren Kantenlänge (macht allein hier schon in 8000 Kubiklichtjahren ca. 1,44 Millionen Sterne!); der mittlere Abstand zwischen zwei Sternen beträgt hier also eben mal einen Lichtmonat oder weniger (ca. 6300 Astronomische Einheiten bzw. 9,387 x 1011 km). Dennoch sind Nahbegegnungen oder gar Sternkollisionen eher selten, haben sich allerdings aufgrund des hohen Alters schon viele tausend Mal ereignet. Bei engen Doppelsternsystemen ist i.a. einer der beiden Partner ein Weißer Zwerg, der seinem Begleiter Gas entzieht. Dieses Gas wird beim Sturz auf die Oberfläche des Weißen Zwerges so stark erhitzt, dass es ultraviolettes Licht abstrahlt.



Insgesamt zwanzig blaue Riesensonnen bilden hier die Eckpunkte eines regelmäßigen Polyeders. Verbindet man diese Eckpunkte miteinander, erhält man als Ergebnis einen der fünf platonischen Körper  – nämlich einen Pentagon-Dodekaeder, bei dem zwölf  regelmäßige Fünfecke die Außenfläche bilden.





Der Durchmesser beträgt rund 42 Lichtstunden bzw. 45,2 Milliarden Kilometer. Alle 30 Kanten haben gleiche Länge von 16,128 Mrd. km. Der Durchmesser des Umkreises einer der Seitenflächen beträgt 27,428 Mrd. km.









Im Zentrum der Wirkungslinien und fächerartigen Einflusszonen wirkt die hypertechnisch gesteuerte Bündelung der Sonnenemissionen und lässt den Transmittereffekt entstehen.
Jedes der Sonnenfünfecke kann als einzelner Sonnentransmitter geschaltet werden, hinzu kommt das Zusammenwirken von allen zwanzig Sonnen – hierbei entsteht dann die Transmitterzone im Zentrum des Dodekaeders.
Im Normalbetrieb wurden jedoch bevorzugt die Sonnenfünfecke von »Boden«- und »Deckfläche« als Transmitter verwendet, bezeichnet als Kharag I (»unten«) und Kharag II (»oben«).

50.250 v.Chr. (= 6153 dT): Baubeginn des Kharag-Sonnendodekaeders im Kugelsternhaufen, der zum 38. Tamanium (Kharagtam, gegründet im Jahr 5700 dT) der Lemurer gehörte.

Die fünf Sonnen der Spitzen der fünf oberen Sonnenfünfecke der Dodekaeder-Konstellation weisen Planeten auf. Die jeweilige Sonnenentfernung beträgt rund 862,7 Millionen Kilometer.
Drei von ihnen (Khar I bis III) sind atmosphäre- und mondlose Welten vom Merkurtyp mit Durchmessern von 4936, 5095 und 4898 Kilometern und einer Schwerkraft bei rund 0,4 Gravos. Die Achsneigung beträgt annähernd 90°, so dass die sie quasi auf ihrer Umlaufbahn »rollen« und hierbei den Nordpol stets der Sonne zuwenden.
Sie wurden vor allem als Festungen und Abwehrstellungen mit überschweren Gegenpolkanonen ausgebaut, weisen riesige Raumhäfen samt angeschlossenen Werftanlagen und Fabriken bis in viele Kilometer Tiefe auf sowie beherbergen Hyperschwall-Generatoren. Zur planetaren Energieversorgung dienen 500 Kilometer durchmessende orangefarbene Sonnenzapfbahnen, deren Nordpol-Stationen vier quadratisch angeordnete, zehn Kilometer durchmessende und ebenso hohe metallische Kuppelbauten sind.









Kharmuu:
Erd-/Lemurähnliche Welt. Sonnenentfernung: 862,7 Mio. km; Durchmesser: 12.643 km; Schwerkraft: 1,04 g; Umlauf: 3507,74 Tage zu 23,7 Stunden; Achsneigung: 23°. Land-Wasser-Verhältnis: 47:53 (fünf Kontinente).
Kharmuu fungierte seinerzeit zwar als Wohn- und Freizeitwelt für die beim Dodekaeder eingesetzten Lemurer, jedoch wurde bewusst darauf verzichtet, hier maßgebliche Stationen etc. anzusiedeln. Ganz im Gegenteil: Es gibt ein Pyramidenfünfeck ähnlich wie auf Acharr, das jedoch nichts anderes als eine getarnte Falle darstellt und bei Bedarf einen Situationstransmitter aktivieren kann, der allerdings so geschaltet ist, dass eindringende Objekte vergleichbar einem HÜ-Schirm in den Halbraum abgestrahlt und somit vernichtet werden...
Basisdaten: je Pyramide: Höhe 500 m, Grundfläche 578 x 578 m; der Umkreis hat einen Durchmesser von ca. 2600 m. Sie bestehen aus rotem Lemur-Metall.






Kharag-Stahlwelt

Die Kharag-Hauptwelt ist in eine stationäre Halbraumblase von ca. 100.000 Kilometern Durchmesser eingebettet!
524 Kilometer Durchmesser. Ursprünglich ein Eisen-Nickel-Planetoid, der ausgehöhlt und komplett in eine technisierte »Stahlwelt« verwandelt wurde (die Außenschale rings um den Kernhohlraum ist 200 km dick). Der Innenaufbau entspricht weitgehend dem von Temur-Station:
Äquatorbereich Oberfläche: Fünf je 100 km große Landefelder, Mittelpunkt: Hauptschacht von fünf km Durchmesser, umgeben von einem Aggregatwulst; der innere Landefeldring ist als normaler Raumhafen, die Peripherie in Form halbkugeliger Dockbuchten incl. Werftanlagen ge-staltet. Über die Zentralschächte erfolgt der Zugang zu den Hangar- und Werft-anlagen der Tiefetagen (bis zu sieben km hohe Hallen; u.a. Prototypenbau u.ä.), Großtransmitterverbindungen für Material-zu-fuhr; weiterhin im Bereich der Außenschale: u.a. Projektoren für die Halbraumblase, Masse-Energie-Pend-ler für Rohstofferzeugung aus Zapfstrahlenergie, Notreaktoren etc.




Südpolbereich Oberfläche: Ring von Antennentürmen für Aufnahme der Sonnenzapfstrahlen, unterhalb: Umformer, Generatoren, Speicher, Verteiler.
Nordpolbereich Oberfläche: Pyramidenfünfeck (Basisdaten: je Pyramide: Höhe 500 m, Grundfläche 578 x 578 m; der Umkreis hat einen Durchmesser von ca. 2600 m; bestehen aus rotem Lemur-Metall); Verbindung zum Kharag-Sonnentransmitter, Aufbau eines Situationstransmitters.

Zentrale Hohlkugel: 124 km Durchmesser; im 42 km hohen Innenfreiraum schwebt die Zentralkugel von 40 km Durchmesser; die künstliche Atmosphäre (durch Gravofeld bis in ca. drei km Höhe etwa wie Normalatmosphäre strukturiert, dünnt dann bis zur Innenwand der Außenschale von selbst fast bis auf 0 aus). Die Oberfläche der Zentralkugel (Umfang: 125,6 km, Oberfläche: ca. 5000 km²) ist als Parklandschaft mit Seen, Flüssen, Hügel gestaltet, eigenes Kleinklima in Innenfreiraum-Hohlwelt, riesige Gebäudekomplexe (arcologies) von bis zu 1,5 km Höhe in Ringform um die fünf Einflugschleusen angeord-net (in Verlängerung der Hauptschächte; Irisschotts können Zugang zu Zentralkugel versperren).
35 Hauptdecks sind als konzentrische Kugelschalen mit lichter Höhe bis zu 500 m angeordnet; die Schächte von der Oberfläche reichen nur bis zu Deck 25 geradlinig in die Tiefe, dann gibt es Zugänge an unterschiedlichen Punkten sowie Transmitter; Ausstattung: hauptsächlich Labors, Entwicklungs-/Montagestätten für vielfältigste Prototypen, Fabriken und multifunktionale Robotwerke (u.a.  Waffenforschung im Offensiv- und Defensivbereich, Roboter, Bio-Experimente, Triebwerks- und Schutzfeldtechnologie).





Kernzone Kharag: Kernkugel mit 4,8 km Durchmesser; im Gegensatz zur Zentralkugel gibt es hier eine horizontale Anordnung der Decks, lichte Höhe bis zu ca. 100 m; Steuerzentralen und Unterkünfte des Zentrumsbereichs; insgesamt autarke Struktur: Riesenkraftwerke, Notfalltriebwerke, Schutzfelder etc. – u.a. auch vorhanden: die Anlage zum Bewusstseinstransfer.

Im Zentrum: auf der Basis einer 1800-Schlacht-schiffzelle das eigentliche Zentrum Kharag-Gehirn. Hauptsteuerung der Gesamtstation und des Kharag-Dodekaeder-Sonnentransmitters.

Kharag-Gehirn: Eine 500 m durchmessende Kugel, die die Kern-Hardware von Kharag  beherbergt. Zugang: Mit einem dumpfen Plopp-Geräusch entsteht ein Kreis von an die sieben Metern Durchmesser: Zunächst langsam, dann schneller gleitet ein konischer Pfropfen auf glimmenden Prallfeldschienen aus der Wand, als handle es sich um den Korken einer überdimensionierten Flasche. Erst nach fünf Metern ist das Ende des massiven, von mehrfachen Dichtungsringwülsten und abgesetzten Nutrinnen umgebenen Blocks erreicht, der seitwärts herumschwingt und den Weg endgültig freigibt. Hinter dem dunklen Tunnel weitet sich der Raum zum flachen Gewölbe; die Halle ist die obere Kuppelkalotte der Kharag-Kugel. Programmierungszentrale: Indirekte Beleuchtung erhellt den Saal; Versteifungsbögen überziehen Wände und Decke. Alles besteht aus rotem Lemur-Metall. Mäßiges Summen erfüllt die Luft, Vibrationen durcheilen den feingerippten Gitterrostboden. Mittelpunkt der Halle ist eine aus dem Boden aufragende, doppelt mannshohe Glocke; an umlaufenden Paneelen reihen sich Dutzende Monitore nebeneinander.
Aus der Decke einer Nische kann sich die meterbreite Haube eines Individualtasters herabsenken – hier erfolgt die Anerkennung als Hochrang-Bevollmächtigter.


Text + Grafiken: (c) Rainer  Castor, 2004